The Ride – 2nd Gear (Buchtipp)

Warum bauen Männer (und leider viel zu selten  Frauen) ihre Maschinen um? Was ist das besondere am Customizing und welche Trends und verschiedenen Richtungen gibt es? Wenn euch jemand diese Frage stellt, könnt ihr zweierlei Dinge tun: Abwiegeln mit: „Du würdest es doch nicht verstehen“. Ausführlich versuchen zu erklären. Demjenigen ein paar einschlägige Magazine in die Hand drücken oder eben: „The Ride – 2nd Gear“ – das neue Buch aus dem Gestalten-Verlag, in dem auch schon „Der Chopper“ erschienen ist und natürlich: The Ride (erster Gang quasi). Ich durfte nicht nur bei der Buchpremiere in Berlin dabei sein, sondern auch das Buch ausführlich lesen. Fazit vorab: Lesenswert. Warum? Weil es viele Facetten zeigt, neue Inspirationen gibt und den Blick über den üblichen Customizer-Horizont hinaus wagt. Gleich zu Anfangs erklärt Paul d’Orelans im „Glossary“, was die Unterschiede zwischen Cafè Race, Chopper, Tracker und z.B. Artbike sind. Man hätte hier sicher noch weiter ergänzen können, aber es geht  nicht um Vollständigkeit sondern um eine Auswahl an Styles. Allen Bikes gemein ist: Es sind persönliche Kreationen. Und das bedeutet Individualität vor Mainstream und Stil vor Performance (meistens). Custombikes müssen nämlich in der Regel nur eines: Dem Erbauer und/oder dem Besitzer gefallen. Naja und Tüv wäre hierzulande ganz hilfreich. In der Szene ist, was Stile und Kreativität angeht, in den letzten Jahren einiges in Bewegung gekommen. Und zwar: Weltweit! Und genau das zeigt das Buch sehr eindrücklich. So finden sich in „The Ride -2nd Gear“ von Chris Hunter, Robert Klanten und Maximilian Funk eben nicht nur Maschinen von unter Insidern schon bekannten Szenegrößen, wie Wrenchmonkees, Ehinger Kraftrad, El Solitario oder Rough Crafts. Nein, es finden sich auch Bikes von hierzulande (noch) vielen unbekannten kleinen Kradschmieden, wie z.B. Thrive Motorcycles aus Indonesien, dem Youngs Guns Speedshop aus der Schweiz – von denen Jungs z.B. keiner einen Motorradführerschein hat, die dafür aber an Rennen mitfahren, wie dem Glemseck. Beeindruckt hat mich persönlich z.B. auch Bandit 9. Deren Modell „Eve“ wirkt wie eine Symbiose aus 70er Jahre James-Bond-Design verknüpft mit Science-Fiction-Fantasien aus den 50ern. Ein tolles Buch, das es mit zwei verschiedenen Coverbildern gibt: als „Gentlemen Edition“ und wie hier gezeigt, als „Rebel Edition“. Direkt zu bestellen hier zum  Preis von 49,90 € . Hilft auf jeden Fall durch den nächsten Winter!